ITIL- und ISO27001-Weiterbildungen in Zeiten von Corona

Vor der Pandemie war man es gewohnt, an den Schulungsort zu fahren, um daran teilzunehmen. Jetzt dagegen, während der Pandemie, gestaltet sich das jetzt ein wenig anders. Viele Unternehmen bieten ihre Schulungen inzwischen online an.

ITILv4 Neuerungen

So kam es, dass ich vor ein paar Wochen an der ITIL4-Bridge- wie auch an der ISO27001-Schulung von zu Hause aus teilnahm. Vorteilhaft war dabei, dass die Fahrzeit wegfällt, sodass ich mich ohne Stress entspannt zu Beginn einwählen konnte. Die Schulungen selbst waren sehr interessant und ich konnte u.a. erfahren, was sich seit ITILv3 in der neuen Version 4 verändert hat.

So hat das 4-Dimensionen-Modell Einzug gehalten, wohingegen der Service-Lifecycle nicht mehr erwähnt wird. Durch das neue Service-Value-System (die Weiterentwicklung des Service-Lifecycles) mit seiner Service-Wertschöpfungskette als zentrales Element, wird der Aspekt der Wertschöpfung unter dem Gesichtspunkt der Ganzheitlichkeit nochmal deutlicher in den Mittelpunkt gerückt. Wichtige Begriffe sind der „Mehrwert“ für den Kunden wie auch die „Ergebnisse“, die der Kunde erwarten kann; sie werden deshalb durchgängig in allen beschriebenen Strukturen aufgegriffen. Auch wird weniger von „Prozessen“ als von „Practices“ gesprochen, obwohl viele Praktiken den ITILv3-Prozessen gleichen. Neu sind auch die Hinweise, wie ITILv4 mit anderen Methoden wie z.B. Lean, Agile, DevOps und Collaboration kombiniert werden kann.

ISO27001-Schulung

Die ISO27001-Schulung gab mir zudem noch detailliertere Einblicke in das Thema IT-Sicherheit. Vor dem Hintergrund unseres kürzlich durchgeführten TISAX-Assessments konnte ich dieses noch besser nachvollziehen ‒ beispielsweise, wie so ein Audit abläuft, wie viele verschiedene Arten von Audits es überhaupt gibt, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, welche Komponenten notwendig sind, wieviel kontinuierliche Arbeit eigentlich dahintersteckt und vieles mehr.

Die Proctor-Prüfung wird ebenfalls online abgelegt. Praktischerweise konnte ich mir hierfür extra einen Termin buchen, der gut in meinen Kalender passte. Ähnlich einer Präsenzprüfung wurde ich von einer Aufsicht u.a. per Webcam und Mikrofon überwacht. Zusätzlich musste ich meinen Raum und meinen Schreibtisch vor Beginn auf diese Weise „zeigen“. Im Anschluss daran legte ich die Prüfung ab und bekam sofort das Ergebnis mitgeteilt. Auch das Herunterladen des Zertifikats war mir zeitnah möglich.

 

Fazit

Die Umsetzung der Schulungen und Prüfungen für daheim sind gut gemacht und werden durch medienkompetente Dozent*innen durchgeführt. Das erleichtert die Teilnahme trotz der aktuellen Bedingungen von zu Hause ungemein. Auch für Beschäftigte mit Familie ist diese Art der Teilnahme hoffentlich auch weiterhin in der Zukunft möglich. Einzig der Austausch und die Vernetzung mit anderen Schulungsteilnehmern fällt leider etwas knapper aus.

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Janina Beckert
IT-Consultant
Janina ist IT-Consultant aus Leidenschaft und liebt frischen Wind beim Motorradfahren wie auch im Projektgeschäft.